Gedichte Gedichte

Die besten Gedichte von Paul Gerhardt (1607 - 1676) - einem deutschsprachigen evangelisch-lutherischen Theologen sowie bedeutenden Dichter von Kirchenliedern (Epoche des Barocks).

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Er gebe uns ein fröhlich Herz,
erfrische Geist und Sinn.
Und werf' all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz
in Meeres Tiefe hin.

 

Wenn unsre Kunst am meisten kann,
So stößt sie aller Enden an.

 

Mach End, o Herr, mach Ende,
Mit aller unsrer Not!

 

Fröhlich soll mein Herze springen
dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen.

 

Herr Lindholtz legt sich hin und schläft in Gottes Namen,
Weiß nichts mehr von dem Leid und von dem großen Gramen,
Das jetzt die Welt durchstreicht. Sein Grabmal deckt ihn zu;
Der Himmel ist sein Sitz, die Erdgruft seine Ruh.

O schweigt, o schweigt und ruht, ihr hochgeliebten Seinen!
Wer in der Freude lebt, den darf man nicht beweinen.
Wir schweben in der See, der Sturm trübt unsern Sinn:
Herr Lindholtz ist im Port. Gott helf uns allen hin.

An Joachim Pauli

Unter allen, die da leben,
Hat ein jeder seinen Fleiß
Und weiß dessen Frucht zu geben;
Doch hat der den größten Preis,
Der dem Höchsten Ehre bringt
Und von Gottes Namen singt.

Unter allen, die da singen
Und mit wohlgefaßter Kunst
Ihrem Schöpfer Opfer bringen,
Hat ein jeder seine Gunst;
Doch ist der am besten dran,
Der mit Andacht singen kann.

Leben & Werk

Gerhardt wurde in Gräfenhainichen, einer Kleinstadt zwischen Halle und Wittenberg, in eine bürgerliche Familie hineingeboren. Im Alter von fünfzehn Jahren trat er in die Fürstenschule in Grimma ein. Im Januar 1628 immatrikulierte er sich an der Universität in Wittenberg. Dort prägten ihn vor allem zwei Lehrer: Paul Röber und Jacob Martini. Beide Männer waren überzeugte Lutheraner und vertraten die lutherische Lehre nicht nur im Unterricht, sondern auch in Predigten und Liedern. Besonders Röber entnahm seine Predigttexte oft aus Kirchenliedern. Auf diese Weise lernte Gerhardt den Gebrauch des Kirchenliedes als Mittel der Seelsorge und Unterweisung.

Gerhardt schloss um 1642 sein Studium an der Universität Wittenberg ab. Aufgrund der Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde er nicht sofort als Pastor eingesetzt und zog deshalb nach Berlin, wo er als Hauslehrer in der Familie eines Advokaten namens Andreas Barthold arbeitete. Während seiner Zeit in Berlin wurde Johann Crüger, der Kantor und Organist an der Nicolaikirche in Berlin, durch seine Kirchenlieder und Gedichte auf ihn aufmerksam.

Im September 1651 erhielt Gerhardt seine erste kirchliche Anstellung als neuer Probst in Mittenwalde (einer kleinen Stadt bei Berlin). Es war während dieser Zeit, als er die meisten seiner Hymnen komponierte. Dort heiratete er auch Anna Maria Barthold. Ihr erstes Kind wurde dort 1656 geboren, starb aber im Säuglingsalter; eine Gedenktafel in der Kirche zeigt die Trauer der Eltern.

Im Jahre 1657 wurde er als Diakon (Hilfspfarrer) an die Nikolaikirche in Berlin berufen. Im Oktober 1668 wurde er zum Archidiakon von Lübben im Herzogtum Sachsen-Merseburg berufen, wo er nach achtjähriger Amtszeit am 27. Mai 1676 starb. Er war ein Zeitgenosse von Andreas Gryphius.

Gerhardt gilt als der größte deutsche Kirchenlieddichter. Viele seiner bekanntesten Lieder wurden ursprünglich in verschiedenen Kirchengesangbüchern veröffentlicht, wie z.B. in dem für Brandenburg, das 1658 erschien; andere erblickten das Licht der Welt in Johann Crügers Geistliche Kirchenmelodien (1647) und Praxis pietatis melica. Die erste vollständige Sammlung sind die Geistlichen Andachten, die 1666-1667 von Ebeling, Musikdirektor in Berlin, herausgegeben wurden.

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: