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Die besten Gedichte von Paul Heyse (1830 - 1914) - einem preußischen Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer (Epoche des Realismus).

Inhalt

Berühmte Gedichte

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Erdachtes mag zu denken geben,
Doch nur Erlebtes wird beleben.

Stets bereit zu tausend Sachen
Sind die flotten Halbtalente.
Muß man doch nicht alles machen,
Was man auch wohl machen könnte.

Man liebt zu bemänteln allerorten
Schwache Gedanken mit starken Worten.

Lass dich's nicht verdrießen,
Verschmäht man Anfangs deine Gaben.
Der Fluss muss lange fließen,
Bevor er sich ein Bett gegraben.

Die Gedanken

Ein scheues Wild die Gedanken sind.
Jag ihnen nach, sie fliehen geschwind.
Siehst du sie hellen Auges an,
zutraulich wagen sie sich heran.
Ein stiller Wanderer kann sie zähmen,
das Futter ihm aus der Hand zu nehmen.

Freunde

Freund in der Not will nicht viel heißen;
Hilfreich möchte sich Mancher erweisen.

Aber die neidlos ein Glück dir gönnen,
Die darfst du wahrlich Freunde nennen.

 

Übrigens: auf unserem Schwesterprojekt finden Sie berühmte Zitate von Paul Heyse und es gibt auch eine Themen Übersicht.

Leben & Werk

Paul Heyse wurde am 15. März 1830 in Berlin geboren. Sein Vater, Karl Wilhelm Ludwig Heyse, war außerordentlicher Professor für klassische Philologie und allgemeine Sprachwissenschaft. Seine Mutter Julie Saarling stammte aus einer reichen Familie von Juwelieren am preußischen Hof. Sie war eine Cousine von Lea Salomon, der Mutter von Felix Mendelssohn.

Er studierte klassische Sprachen und übersetzte zahlreiche italienische Dichter. Er schrieb auch Kurzgeschichten und veröffentlichte mehrere Romane - der bekannteste war "Kinder der Welt" (1873).

1847 studierte er in Berlin klassische Philologie. Zu Beginn des Frühjahrs 1848 veröffentlichte er sein erstes Gedicht. Er kommt in Kontakt mit Jacob Burckhardt, Adolph Menzel, Theodor Fontane und Theodor Storm.

1849 studiert er Kunstgeschichte und Romanistik an der Universität Bonn. Im Jahr 1850 beschließt er, Dichter zu werden. Aufgrund einer Liebesaffäre mit der Frau eines seiner Professoren musste er nach Berlin zurückkehren. Im selben Jahr wurde sein erstes Buch veröffentlicht.

Im Mai 1852 promoviert er mit einer Dissertation über den "Chor in der Poesie der Troubadoure". Er unternimmt eine Reise nach Italien, um alte provenzalische Manuskripte zu studieren. Der Zutritt zur Bibliothek des Vatikans wird ihm verboten, weil er Notizen aus unveröffentlichten Manuskripten machte. In Italien bleibt er ein akademisches Jahr und freundet sich mit vielen Künstlern an, Arnold Böcklin und Joseph Victor von Scheffel. Heyse wurde in Italien fast ebenso sehr geschätzt wie in Deutschland; durch eine Reihe von zahlreichen Übersetzungen machte er die italienische Literatur in Deutschland bekannt.

1854 wurde er zum literarischen Berater des bayerischen Königs Maximilian II. in München ernannt, einem wahren Förderer von Literatur und Kunst. Er erhielt eine jährliche Pension von 1.000 Gulden, eine Pension, die zum intellektuellen Aufbruch des Königreichs beitragen sollte.

Paul Heyse starb 1914 im Alter von 84 Jahren in München. Sein Grab befindet sich im alten Teil des Waldfriedhofs (Grab Nr. 43-W-27a/b). Es besteht aus einem 3 Meter hohen Halbkreis aus miteinander verbundenen Säulen mit einer Gedenktafel in der Mitte. Das Grabmal wurde von dem Architekten Otho Orlando Kurz entworfen, der sich vor allem durch den Bau von Kirchen und Industriegebäuden hervorgetan hat.

Werk

Heyse war in Berlin Mitglied der Dichtergruppe "Tunnel über der Spree" und in München - zusammen mit Emanuel Geibel" und anderen - der Gruppe "Die Krokodile".
Er schrieb 7 Romane, etliche Gedichte, knapp 180 Kurzgeschichten und etwa 60 Dramen. Die Summe von Heyses vielseitigem Schaffen machte ihn zu einer dominierenden Figur unter den deutschen Literaten.
Den Höhepunkt seines Liedschaffens bilden die Rispetti aus seinem "Italienischem Liederbuch", Brahms' "Deutschen Volksliedern" in etwa verwandt.

Im Alter von 80 Jahren erhielt er 1910 den Nobelpreis für Literatur "in Anerkennung der vollendeten, von Idealismus durchdrungenen Kunstfertigkeit, die er während seines langen Schaffens als Lyriker, Dramatiker, Romancier und Verfasser von Kurzgeschichten von Weltruf bewiesen hat".
Wirsen, einer der Nobelpreisjuroren, sagte, dass "Deutschland seit Goethe kein größeres literarisches Genie gehabt hat". Heyse ist nach Alice Munro, Jaroslav Seifert, Theodor Mommsen und Doris Lessing der fünftälteste Literaturpreisträger.

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: