Johann Rist

O Freudenzeit, o Wundernacht

O Freudenzeit, o Wundernacht,
dergleichen nie gefunden,
du hast den Heiland hergebracht,
der alles überwunden,
du hast gebracht den starken Mann,
der Feuer und Wolken zwingen kann,
vor dem die Himmel zittern
und alle Berg' erschüttern.

Brich an, du schönes Morgenlicht,
und laß den Himmel tragen!
Du Hirtenvolk, erschrecke nicht,
weil dir die Engel sagen,
daß dieses schwache Knäbelein
soll unser Trost und Freude sein,
dazu den Satan zwingen
und letztlich Frieden bringen.

Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ,
sei dir von mir gesungen,
daß du mein Bruder worden bist
und hast die Welt bezwungen,
hilf, daß ich deine Gütigkeit
stets preis' in dieser Gnadenzeit
und mög' hernach dort oben
in Ewigkeit dich loben.