Leopold Schefer

Der fallende Stern

Klagen erreichen dich nicht;
Tränen benetzen dich nicht;
Wünsche zerrinnen vergebens
Droben wie Wölkchen am Himmel.

Nichts mehr hab ich mit dir,
Nichts mehr hast du mit mir;
Zwischen uns brauset die Schöpfung,
Die ich erzürnt anschweige.

Als wir uns liebten - o was
War uns die Welt da, die Welt,
Jene im Fliehen so schöne
Seifenblase der Götter!

Unsere Welt floh hin!
Niemals kehrst du zurück,
Nicht ein Veilchen, ein Lüftchen
Unsrer zerstobenen Tage.

Mir, mir blieb nur das Leid,
Einsamer Lebensherbst
Und das zerrißne Entzücken:
"Einst ... einst warst du die Meine."

Das ist wie ewig her!
Das war ein fallender Stern,
Der einmal in der Urzeit
Wieder auf ewig auslosch.