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Eine Liste schöner Gedichte - moderne und auch Klassiker; sowohl lang als auch kurz. Was genau schön ist, liegt wie meistens im Auge des Betrachters. Reimen müssen sich schöne Gedichte nicht unbedingt, wenn durch den Inhalt eine angenehme Atmosphäre vermittelt wird.

Diese wunderschönen Gedichte zu verschiedenen Themen eigenen sich als Inspiration - Reime & Verse aus verschiedenen Kulturen & Epochen.

Schönheit

Das Schöne oder die Schönheit ist ein abstrakter Begriff, der mit vielen Aspekten der menschlichen Existenz verbunden ist. Dieser Begriff wird hauptsächlich von der philosophischen Disziplin der Ästhetik untersucht, wird aber teilweise auch von anderen Bereichen (Geschichte, Soziologie, Psychologie, Kunst) behandelt.

„Für sich genommen ist eine Handlung weder schön noch schändlich. Zum Beispiel ist das, was wir gerade tun, trinken, singen, uns unterhalten, nichts davon ist an sich eine schöne Handlung; aber in der Art und Weise, wie diese Handlung ausgeführt wird, liegt die eine oder andere Qualifikation. Wenn sie mit Schönheit (kalos) und Rechtschaffenheit (orthos) ausgeführt wird, wird diese Handlung schön (kalon), und wenn die gleiche Handlung ohne Rechtschaffenheit ausgeführt wird, wird sie schändlich (aiskhron).“ (Bemerkung von Pausanias, einem Teilnehmer des Rednerwettstreits, im Symposion (Gastmahl) von Plato)

Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden. (Christian Morgenstern)

„Es gibt zwei Arten des Schönen: In der einen liegt Anmut, in der anderen liegt Würde.“ (Cicero)

„Schönheit ist keine Eigenschaft, die den Dingen selbst innewohnt, sie existiert nur im Geist, der sie betrachtet, und jeder Geist nimmt eine andere Schönheit wahr.“ (David Hume)

„Schön ist, was ohne Begriff allgemein gefällt.“ (Immanuel Kant; Kritik der Urteilskraft (KdU), 134; siehe zum Wort "Begriff" auch seine Aussage: "Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.")

Das Schöne wird gemeinhin als die Eigenschaft einer Sache definiert, die durch eine sinnliche (Wahrnehmung) oder intellektuelle Erfahrung ein Gefühl der Freude oder ein Gefühl der Befriedigung hervorruft; in diesem Sinne entsteht Schönheit beispielsweise durch Erscheinungsformen wie Form, Optik, Bewegung oder Klang.

Die Unterscheidung zwischen dem, was schön ist, und dem, was nicht schön ist, variiert je nach Epoche und Individuum.


Brauch' ich schöner Worte Wendung?
Sind sie nötig? Sind sie's hier?
Nein, verständlich ist die Sendung,
Und die Sendung redet dir.

Karl Leberecht Immermann (1796 - 1840) war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker. Quelle: An meinen Bruder Ferdinand; Zueignung im Buch "Gedichte".


… aber leiten
Zu dem ewig Guten, ewig Schönen,
Ist der Götter Werk; die lasst gewähren.

Ach, warum, ihr Götter, ist unendlich
Alles, alles, endlich unser Glück nur!

Quelle: Goethe, Pandora. Fragment, 1810. Goethe hat die Fortsetzung des klassizistischen Stücks zugunsten der "Wahlverwandtschaften" aufgegeben.


Pflücke die Knospe, solange es geht,
Und die Blüten, wenn sie noch prangen.
Denn bald sind die Rosenblätter verweht.
Wie schnell kommt der Tod gegangen.

Quelle: "To the Virgins, to Make Much of Time" von dem englischen Dichter Robert Herrick (1591 - 1674). Es ist eines seiner berühmtesten Gedichte und spielt eine Schlüsselrolle im Film "Der Club der toten Dichter", indem es das Motto des Films „Carpe diem“ einführt.


sehnsucht

gefrorene kristalle
geliebter erinnerungen
nisten in meinen augenhöhlen.
spiegeln mir dein entferntes gesicht
als einen schatten auf mein herz.

May Ayim (1960 - 1996) war eine deutsche Dichterin, Pädagogin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung.


Du meiner Seele schönster Traum

Du meiner Seele schönster Traum!
Du meiner schönsten Träume Seele!
Du Herz, dem ich mein Heil befehle!
Du Heil, wie ich es ahnte kaum!

Du meines Lebens schönstes Lied!
Du schönes Leben meiner Lieder!
Aus Lied und Leben klingen wieder,
Was deine Liebe mir beschied.

Du meines Lenzes Blüt' und Duft!
Du Lenz, dem reich mein Herz erblühet!
Du Stern, der mir am Himmel glühet,
Mein Himmel du voll Glanz und Luft!

O laß um deine Stirne gern
Der Liebe Glorie mich weben,
Mein Himmel du, mein Lenz, mein Leben!
Mein Heil, o du mein Lied, mein Stern!

Peter Carl August Cornelius (1824 - 1874) war ein deutscher Komponist und Dichter.

Abend

Du schönes Schreiten, abendwindumhüllt!
Die Straßen flammen bunt, der Tag ist aus.
Die Stadt beginnt ihr Lied: Autos rufen.
Omnibusse rasseln. Straßenbahnen läuten.

Von überall ertönt Musik, Rhythmus des Seins,
Zieht alles in den wilden Takt, Mond und die Sterne tanzen,

Die Häuser wiegen sich mit heller Stirn danach.
Ich habe keine Sehnsucht mehr nach schönen Dingen.

Heinz Zucker (1910 - nach 1944) war ein deutscher Schriftsteller. Über sein Leben ist wenig bekannt. Er brach ein Jura-Studium, als jüdischer Studierender, im Jahr 1933 ab. 1944 erschien im Londoner Exil ein Band mit dem Titel "Gedichte mit Gegenwind".

Das Schöne

Ich hörte einen Lautenton
In kühlen Waldesgründen
Und schlich ihm nach - er war entfloh'n,
Ich konnt' ihn nirgends finden.

Da sah ich eine Blum' am Bach
In Himmelsbläue stehen,
Das Blümlein wollt' ich brechen, ach!
Es war nicht mehr zu sehen!

Und traurig ging ich weiter fort,
Und weinte helle Tränen,
Und suchte da und suchte dort,
Und immer wuchs mein Sehnen.

Ein Mägdlein kam, im Abendglanz
Wie ich's noch nie gefunden,
Das Blümlein stand in ihrem Kranz,
Das mir am Bach entschwunden;

Sie trug die Laute in dem Arm,
Die mir so süß geklungen:
Es wurde mir das Herz so warm,
Das erst der Gram bezwungen.

Sie sprach zu mir: Ich will dein Glück
Dir freudig offenbaren!
Das Schöne nimmt der Augenblick,
Nur Liebe kann's bewahren.

Aloys Wilhelm Schreiber (1761 - 1841) war Lehrer und Professor der Ästhetik, Hofhistoriker, Schriftsteller und Reisebuchautor.

Das Mittelalter

Es träumte mir, ein Greis mit Silberhaaren Entführte mich auf eines Schlosses Zinnen; Mit Wonne noch bewegt es meine Sinnen, Wie mir geschah, als wir da oben waren.

Ich sah die Schiff’ und Wimpel unten fahren, Durch offne Gauen edle Ströme rinnen; Ich sah den Wäldern Jägernez’ entspinnen. Ich sah am Quell die Hirsche bei den Aaren.

iel Städte schaut’ ich, hoch’ und niedre Türme, Den Blick umfing ein stolzes Wohlbehagen Bei diesen Märkten, Straßen, Gärten, Toren.

Mit einmal tönt es hohl, als ob man stürme; Der Greis verschwand, ich hört’ ihn nur noch sagen: „Dies war das Paradies, das ihr verloren.“

Otto Heinrich Graf von Loeben (1786 - 1825) war ein deutscher Dichter der romantischen Bewegung, bekannt auch unter dem Pseudonym Isidorus Orientalis. Als freier Schriftsteller war er Freund und Wegbereiter von Joseph von Eichendorff und gehörte später dem Dichterkreis um Ludwig Tieck an.


Übrigens: auf unserem Schwesterprojekt finden sie stimulierende Schöne Zitate — fein säuberlich nach Autoren und Themen sortiert.


 

Poesie

Die Poesie (von griechisch poiesis, d.h. "Schöpfung") ist eine Kunstform, die durch die Wahl und Kombination von Wörtern nach bestimmten metrischen Gesetzen eine Komposition aus Sätzen, den sogenannten Versen, schafft, in denen die semantische Bedeutung mit dem musikalischen Klang der Phoneme verbunden ist. Die Poesie hat daher einige Qualitäten der Musik und schafft es, Konzepte und Stimmungen auf anschaulichere und kraftvollere Weise zu vermitteln als die Prosa, in der die Worte nicht der Metrik unterliegen.

Die Sprache in der Poesie hat eine doppelte Funktion: - Bedeutungsvektor - mit informativem und emotionalem Inhalt; - Klangvektor. Um diese doppelte Funktion wirksam zu erfüllen, können Syntax und Orthographie gegenüber den Normen des Standard-Deutsch (die so genannten poetischen Lizenzen) variieren, wenn dies für die Vermittlung der Botschaft funktional (nicht nur ästhetisch) ist.

Zu diesen beiden Aspekten der Poesie kommt ein dritter hinzu, wenn ein Gedicht nicht direkt gelesen, sondern gehört wird: Mit seiner Körpersprache und seinem Lesestil interpretiert der Vorleser den Text und fügt die theatralische Dimension von Diktion und Schauspiel hinzu. In der Antike - und auch heute noch in vielen Kulturen - werden Poesie und Musik oft kombiniert, so auch in den deutschen Kunstliedern, Gedichten in Form von Liedern, die von eigens komponierter Musik begleitet werden.

Diese enge Vermischung von Bedeutung & Klang macht es äußerst schwierig, ein Gedicht in andere Sprachen als das Original zu übersetzen, da der ursprüngliche Klang und Rhythmus unwiederbringlich verloren gehen und durch eine Anpassung in der neuen Sprache ersetzt werden müssen, die meist nur eine Annäherung an das Original darstellt. Diese besonderen kritischen Aspekte der Lyrikübersetzung führen häufig zu einer Erweiterung der Rolle und der Kompetenzen des Übersetzers, auch in Bezug auf die redaktionelle Planung und die Arbeit bei der Erstellung von Sammlungen und Reihen übersetzter Lyrik.

Prosodie

In der Linguistik befasst sich die Prosodie mit Elementen der Sprache, die nicht aus einzelnen phonetischen Segmenten (Vokalen und Konsonanten) bestehen, sondern Eigenschaften von Silben und größeren Einheiten der Sprache sind, einschließlich sprachlicher Funktionen wie Intonation, Betonung und Rhythmus.

Die Prosodie kann Merkmale des Sprechers oder einer Äußerung widerspiegeln: ihren emotionalen Zustand; die Form der Äußerung (Aussage, Frage oder Befehl); das Vorhandensein von Ironie oder Sarkasmus; Betonung, Kontrast und Fokus. Sie kann Elemente der Sprache widerspiegeln, die nicht durch die Grammatik oder die Wahl des Vokabulars kodiert sind.

Es gibt keine einheitliche Anzahl von prosodischen Variablen. In auditiver Hinsicht sind die wichtigsten Faktoren:

In der Akustik entsprechen die obigen Faktoren in etwa den Begriffen: