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Das Gedicht „Sehnen nach Italien“ stammt aus der Feder von Ludwig Tieck.

Soll ich in mir selbst verschmachten,
Und in Liebe ganz vergehn?
Wird das Schicksal mein nicht achten,
Dieses Sinnen, dieses Trachten
Immer unerhörend sehn?

Bin ich denn so ganz verloren,
Den Verstoßnen zugereiht?
O beglückt, wer auserkohren,
Für die Künste nur gebohren,
Ihnen Herz und Leben weiht!

Ach mein Glück liegt wohl noch ferne,
Kömmt noch lange mir nicht nah!
Freilich zweifelt' ich so gerne, –
Doch noch oft drehn sich die Sterne, –
Endlich, endlich ist es da!

Dann ohne Säumen,
Nach langen Träumen,
Nach tiefer Ruh,
Durch Wies' und Wälder,
Durch blüh'nde Felder
Der Heimat zu!
Mir dann entgegen
Fliegen mit Seegen
Genien, bekränzt,
Strahlen-umglänzt:
Sie führen den Müden
Dem süßen Frieden,
Den Freuden, der Ruh,
Der Kunstheimath zu!

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