Johann Gabriel Seidl

Vor'm Kirchlein

Schlichte Wände sonder Zier,
Tief gefurcht schon dort und hier;
Nur die Scheiben klar und rein.

Doch wie schlicht es außen steht,
Innen Andach tund Gebet.
Treuer Glaub' und.mildes Lied,
Das erhebt und mit sich zieht!

Wahrlich ganz des Dichters Bild,
Dem das Äußre wenig gilt!
Außem ernst, bescheiden, schlicht,
Nur das Auge frei und licht.

Nur das Haupt imSonnenschein,
Schauend fromm in's Licht hinein;
Ach! und innen Glut uud Klang,
Lieb' und Hoffnung und Gesang!