Johann Gabriel Seidl

Echo

Wo bist du bin, du goldner Frieden,
Den einst der Glaube mir beschieden? —
Und Hain und Flur ruft mir zurück:
»Geschieden!«
Verrauscht des Glaubens stilles Glück,
Mein Glück!

Wo bist du hin, du selig Bangen,
Als noch die Liebe mich umfangen? —
Und leer und öde klagt die Brust:
»Vergangen!«
Vergangen ach! der Liebe Lust,
Die Lust!

Wo bist du hin, du Hoffnungsfunken,
Den ich einst nährte wonnetrunken? —
Mir sagt mein banger, trüber Sinn:
»Versunken!«
Die schöne Hoffnung ach! dahin,
Dahin! —

Was mich so gläubig einst umschlungen,
Mir Lieb' und Hoffnung vorgesungen,
Ich ruf ihm nach, von Sehnsucht schwer:
»Verklungen!« —
Und such' und find' es ach! nicht mehr, —
Nicht mehr! — —