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Das Gedicht „Sisina“ stammt aus der Feder von Charles Baudelaire.

Denk' dir Diana stolz im Jagdschmuck prunken,
Wie eilend sie durch Wald und Dickicht dringt,
Im Winde Brust und Haar, vom Lärme trunken,
Dem besten Reiter stolz den Preis entringt.

Sahst du Theroigne in Greu'l und Blut versunken,
Wie sie ein barfuss Volk zum Sturme zwingt,
Wie sie, die Hand am Schwert, ganz Glut und Funken,
Die königlichen Stufen aufwärts springt?

So ist Sisina. Doch der Krieg'rin Trieben
Paart sich bei ihr ein mitleidvolles Lieben;
Ihr Geist, gehetzt von Lärm und Kriegeswut,

Senkt still die Waffen vor dem Leid der Armen,
Und in dem glutverzehrten Herzen ruht
Für die, die dessen wert, ein tief Erbarmen.
Verse zum Portrait von Honoré Daumier

Der, dessen Bild wir heut dir zeigen,
Und dessen Kunst von höchstem Wert
Uns lachen über uns gelehrt,
Ein Weiser ist's, dem wir uns neigen.

Ein Spötter auch, der lächelnd schafft,
Doch wie des Lasters Bild er meisselt,
Wie er des Bösen Sippschaft geisselt,
Das zeigt uns seines Herzens Kraft.

Sein Lachen ist nicht das des Narren,
Ist des Mephisto Fratze nicht,
Die in Alektos Fackellicht
Sich selbst verbrennt, uns lässt erstarren.

Dies Lachen ist nicht Heiterkeit,
Ist nichts als schmerzensvolle Bürde;
Das seine, strahlend, frei, voll Würde
Bild seiner edlen Wesenheit.

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