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Das Gedicht „Sterbegedicht“ stammt aus der Feder von Johann Christian Günther.

Zeuch aus, gefangne Seele!
Weil Stahl und Kerker bricht;
Des Leibes Jammerhöhle
Hemmt deine Freiheit nicht;
Das Grab, mein Ruhekissen,
Begräbt die Sklaverei;
Da nun der Strick zerrissen,
So wird der Vogel frei.

Mein Ohr vernimmt das Zeichen,
So mir zu Schiffe ruft,
Laßt nun die Segel streichen,
Der Hafen meiner Gruft
Macht, daß ich nicht mehr strande,
Der Himmel wird mein Haus;
Wohlan! wir sind am Lande,
Steig, müder Geist! steig aus.

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