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Die besten Gedichte von Theodor Körner (1791 - 1813) - einem deutschen Schriftsteller (Epoche der Romantik) und Freiheitskämpfer.

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

An meine Zither

Singe in heiliger Nacht, du, meines Herzens Vertraute,
  Freundliche Zither, ein Lied, hier, wo die Liebliche wohnt!
Sanft umflüstre dein Ton den süßen Traum der Geliebten,
  Und des Sängers Bild zaubre der Schlummer ihr vor!
Ach, wie gleicht dir mein Herz! Da sind die Saiten Gefühle;
  Und - ist’s die Liebe nicht auch, die es zum Wohllaut gestimmt?

Leben & Werk

Carl Theodor Körner wurde in Dresden, der Hauptstadt des Kurfürstentums Sachsen, geboren. Er besuchte die Kreuzschule.

Nach seiner Ausbildung wählte er 1808 den Bergbau als Beruf. Er zog nach Wien, wo er sich mit Wilhelm von Humboldt, dem preußischen Botschafter, Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel und anderen bedeutenden Literaten und Wissenschaftlern anfreundete. Hier schuf er innerhalb von nur fünfzehn Monaten eine Reihe von Dramen, Opern und Possen sowie mehrere kleine Gedichte. Der Erfolg seiner Werke verschaffte ihm die Ernennung zum Hofdichter am Wiener Burgtheater. In diesem Lebensabschnitt verlobte er sich mit der beliebten Schauspielerin Antonie Adamberger.

Während des Sechsten Koalitionskrieges verließ er im März 1813 Wien und schloss sich zusammen mit Friedrich Friesen und Friedrich Ludwig Jahn dem Lützowschen Freikorps an, einer freiwilligen paramilitärischen Vereinigung, die Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow damals in Breslau/Schlesien gründete.

Er verbrachte die Nacht zum 25. August auf dem Gut Gottesgabe, wo er Klavier spielte und sang. Bei Feindseligkeiten am nächsten Tag wurde er verwundet und starb im Alter von 21 Jahren.

Werk

Durch seine patriotischen Gedichte und seinen frühen Tod als Angehöriger des Lützowschen Freikorps in den Befreiungskriegen (1813 bis 1815) wurde er zur nationalen Leitfigur.

Von den Nationalsozialisten wurde Theodor Körner zu Propagandazwecken vereinnahmt. Das Gelände um die Grabstätte der Familie Körner in Wöbbelin wurde 1938 zum „Ehrenhain“ für Kundgebungen und Aufmärsche umgebaut. Die Zeile „Das Volk steht auf, der Sturm bricht los“ aus Körners Gedicht Männer und Buben (1813) wurde von Propagandaminister Joseph Goebbels zur Phrase „Nun Volk, steh’ auf, und Sturm, brich los!“ für die Sportpalastrede 1943 abgewandelt. Doch auch der Widerstand gegen den Nationalsozialismus berief sich auf Theodor Körner. Im 6. Flugblatt der Weißen Rose zitierte Kurt Huber 1943 die erste Zeile aus Körners Aufruf (1813): „Frisch auf, mein Volk! Die Flammenzeichen rauchen.“

Nach 1945 geriet Körner in der Bundesrepublik weitgehend in Vergessenheit, in der DDR hingegen wurde er als „Held der deutschen Nation und Sänger für ein einheitliches und freies Deutschland“ verehrt. Marlene Dietrich wählte die Zeile „Hier steh ich an den Marken meiner Tage“ aus Körners Sonett Abschied vom Leben (1813) als Inschrift für ihren Grabstein in Berlin. Im 21. Jahrhundert werden ihm von Rechtsradikalen Zeilen untergeschoben, die er nie geschrieben hat:
„Nun Volk, steh’ auf, und Sturm, brich los!“
oder
„Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: