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Die besten Gedichte von Theodor Storm (1817 - 1888) - einem bedeutenden deutschen Schriftsteller und Dichter (Epoche des Realismus).

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Ein Blatt aus sommerlichen Tagen
Ich nahm es so im Wandern mit
Auf daß es einst mir möge sagen.
Wie laut die Nachtigall geschlagen
Wie grün der Wald den ich durchschritt.

Die Liebe,
Welch lieblicher Dunst;
Doch in der Ehe,
Da steckt die Kunst.

 

Ein Leib und eine Seele, die wir waren,
Kann ich von deinem Tode nicht genesen;
Wie du zerfällst einsam in deinem Grabe,
So fühl ich mich, mein Leben, mit verwesen.

 

Schließe mir die Augen beide
Mit den lieben Händen zu!
Geht doch alles, was ich leide,
Unter deiner Hand zur Ruh.

Und wie leise sich der Schmerz
Well’ um Welle schlafen leget,
Wie der letzte Schlag sich reget,
Füllest du mein ganzes Herz.

 

Und war es auch ein großer Schmerz,
Und wär′s vielleicht gar eine Sünde,
Wenn es noch einmal vor dir stünde,
Du tät′st es noch einmal, mein Herz.

 

Lass mich zu deinen Füßen liegen,
Lass mich dich anschaun immerdar,
Lass mich in den geliebten Zügen
Mein Schicksal lesen mild und klar,
Damit ich fühle, dass auf Erden
Die Liebe noch zu finden ist,
Damit ich fühle, dass die Liebe
Um Liebe noch die Welt vergisst.

 

Du gehst an meiner Seite hin
Und achtest meiner nicht;
Nun schmerzt mich deine weiße Hand,
Dein süßes Angesicht.
Ausschnitt; zum kompletten Text: Weiße Rosen.

 

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Ausschnitt; zum kompletten Text: Oktoberlied.

März

Und aus der Erde schauet nur
Alleine noch Schneeglöckchen;
So kalt, so kalt ist noch die Flur,
Es friert im weißen Röckchen.

Im Garten

Hüte, hüte den Fuß und die Hände,
Eh sie berühren das ärmste Ding!
Denn du zertrittst eine häßliche Raupe
Und tötest den schönsten Schmetterling.

Verlobungswunsch

Dass nimmer trübe Ungemach,
dass fern euch bleibe Not und Schmach,
dass nie ihr eine Träne weint,
dass stets in Liebe ihr vereint,
dass stets ihr aller Sorgen bar,
das wünsch' ich dem verlobten Paar!

Dämmerstunde

Im Sessel du, und ich zu deinen Füßen,
Das Haupt dir zugewendet, saßen wir;
Und sanfter fühlten wir die Stunden fließen,
Und stiller ward es zwischen mir und dir;
Bis unsre Augen ineinander sanken
Und wir berauscht der Seele Atem tranken.

Weitere kurze Gedichte

Leben & Werk

Hans Theodor Woldsen Storm wurde in der Kleinstadt Husum an der Westküste Schleswigs geboren, damals ein formal unabhängiges Herzogtum, das vom dänischen König regiert wurde. Seine Eltern waren der Jurist Johann Casimir Storm (1790-1874) und Lucie Storm, geb. Woldsen (1797-1879).

Storm besuchte die Schule in Husum und Lübeck und studierte Jura in Kiel und Berlin. Noch während seines Jurastudiums in Kiel veröffentlichte er zusammen mit den Brüdern Tycho und Theodor Mommsen einen ersten Gedichtband (1843).

Storm war an den Revolutionen von 1848 beteiligt und sympathisierte mit den liberalen Zielen eines geeinten Deutschlands unter einer konstitutionellen Monarchie, in der alle Stände am politischen Prozess teilnehmen konnten. Von 1843 bis zum Widerruf seiner Zulassung durch die dänischen Behörden 1852 arbeitete er als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt Husum. 1853 wechselte Storm nach Potsdam, 1856 zog er weiter nach Heiligenstadt in Thüringen. Nachdem Schleswig unter preußische Herrschaft gekommen war, kehrte er 1865 nach Husum zurück und wurde Landvogt". 1880 zog Storm nach Hademarschen, wo er die letzten Jahre seines Lebens schreibend verbrachte und im Alter von 70 Jahren an Krebs starb.

Storm war zweimal verheiratet, zunächst mit Konstanze Esmarch, die 1864 starb, und dann mit Dorothea Jensen.

Werk

Storm war einer der wichtigsten Autoren des deutschen literarischen Realismus des 19. Jahrhunderts. Er schrieb eine Reihe von Erzählungen, Gedichten und Novellen. Seine beiden bekanntesten Werke sind die Novellen Immensee (1849) und Der Schimmelreiter, die erstmals im April 1888 in der Deutschen Rundschau erschienen. Weitere veröffentlichte Werke sind ein Band mit Gedichten (1852), die Novelle Pole Poppenspäler (1874) und die Novelle Aquis submersus (1877).

Wie Friedrich Hebbel war auch Theodor Storm ein Kind der Nordsee-Ebene, doch während in Hebbels Versen kaum ein direkter Bezug zu seiner heimatlichen Landschaft zu finden ist, greift Storm immer wieder auf die keusche Schönheit des weiten Wattenmeeres, der bedrohlichen See und der kargen Weiden zurück - und während Hebbel fernab der heimatlichen Heide eine Heimat finden konnte, klammerte sich Storm mit gleichsam eifersüchtiger Liebe an sie. In Der Schimmelreiter, der letzten seiner 50 Novellen und weithin als Storms kulminierendes Meisterwerk angesehen, ist der Schauplatz der ländlichen norddeutschen Küste von zentraler Bedeutung, um die beunruhigende, abergläubische Atmosphäre zu evozieren, und bildet die Bühne für das Schlachtfeld von Mensch gegen Natur: die Deiche und das Meer.

Seine Lieblingsdichter waren Joseph von Eichendorff und Eduard Mörike, und der Einfluss des Ersteren ist auch in Storms späteren Versen deutlich zu erkennen. Während eines Sommeraufenthalts in Baden-Baden 1864, zu dem ihn sein Freund, der Schriftsteller und Maler Ludwig Pietsch, eingeladen hatte, machte er die Bekanntschaft des großen russischen Schriftstellers Iwan Turgenjew. Über mehrere Jahre hinweg tauschten sie Briefe aus und schickten sich gegenseitig Kopien ihrer Werke.

Der ungarische Literaturkritiker Georg Lukács würdigte Storm in Seele und Form (1911) als "letzten Vertreter der großen deutschen bürgerlichen Literaturtradition", der zwischen Jeremias Gotthelf und Thomas Mann stehe.

Gedichte über Storm

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: