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Das Gedicht „Trauer“ stammt aus der Feder von Ludwig Tieck.

Wie rauschen die Bäume
So winterlich schon;
Es fliegen die Träume
Der Liebe davon!
Und über Gefilde
Ziehn Wolkengebilde,
Die Berge stehn kahl,
Es schneidet ein Regen
Dem Wandrer entgegen,
Der Mond sieht in's Tal,
Ein Klagelied schallt
Aus Dämm'rung und Wald;

Es verwehten die Winde
Den treulosen Schwur,
Wie Blitze geschwinde
Verschüttet vom Glück sich die goldene Spur;
O dunkles Menschenleben,
Muß jeder Traum einst niederschweben?

Rosen und Nelken
Bekränzen das Haupt,
Und ach! sie verwelken,
Der Baum steht entlaubt;
Der Frühling, er scheidet
Macht Winter zum Herrn,
Die Liebe vermeidet
Und fliehet so fern. –

Verworrenes Leben,
Was ist dir gegeben? –
Erinnern und Hoffen
Zur Qual und zur Lust –
Ach! ihnen bleibt offen
Die zitternde Brust.

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