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Das Gedicht „Trommellied“ stammt aus der Feder von Karl Rudolf Hagenbach.

(Vor Fastnacht)
Die Schlitten weg, die Trommeln vor,
Auf! Knaben! lustig vor das Tor,
Rom bom! rom bom! hinaus;
Im Winde lasst die Sträuße wehn,
Im Winde sich die Fahnen drehn
Zum tapfern Ohrenschmaus.

Wir ziehn einher auf kahler Au,
Noch sind die Winde scharf und rauh,
Drum rührt die Trommel scharf;
Lasst sehn wer besser wirbeln mag,
Ob Windsgebraus, ob Trommelschlag
Sich Sieger nennen darf?

Ha, sehet wie der Winter flieht,
Das wilde Heer der Trommler zieht,
Ihn höhnend hinterher,
Wir trommeln ihn zum Land hinaus,
Nun schrecket auch das Windsgebraus
Die Trommler nimmermehr.

Und ist dann in der Fastennacht
Der faule Lenz noch nicht erwacht,
So fallen wir vor Tag,
Rom bom! rom bom! ihm in das Reich
Und schlagen ihm den „Morgenstreich“
Bis er es hören mag.

Hei, wie es wirbelt, dröhnt und kracht,
Jetzt ist der faule Lenz erwacht,
Er sperrt das Fenster auf:
„Seid ihr’s ihr Buben? ja, ich komm’,
Nur immer zu, rom bom! rom bom!
Ich komm’, verlasst euch drauf!“

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