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Das Gedicht „Venedig“ stammt aus der Feder von Friedrich Hebbel.

Wie ein verwirklichter Traum begrüßt dich das bunte Venedig,
    Wenn du es flüchtig durchschiffst: nicht die versunkene Stadt
Glaubst du vor dir zu sehen, von welcher die Dichter erzählen,
    Diese dünkt dir im Meer gleich von Tritonen erbaut,
Und du taumelst dahin, wie unter Korallen und Muscheln,
    Und verwunderst dich nur, dass dich die Flut nicht ereilt.

Alles Übrige passt hinein in den Rahmen: der Doge,
    Der sich den Wellen vermählt, und das vermummte Gericht,
Ja die Brücke der Seufzer, erscheinen dir hier so natürlich,
    Wie in des Ozeans Nacht Fische mit Sägen im Haupt.
Lass dir aber vom Führer berichten, wie alles entstanden,
    Und das phantastische Bild löst in Vernunft sich dir auf!

Anmerkung: Triton ist ein Meeresgott der griechischen Mythologie, von dem später die mythologische Gattung der Tritonen abgeleitet wurde. Er wurde als Mischwesen gedacht und oft als Sohn des Poseidon und der Amphitrite angesehen.
Als Triton bezeichnet man in der Ikonografie ein Mischwesen, je zur Hälfte bestehend aus einem menschlichen Oberkörper und fischartigem Unterkörper mit Schwanzflosse.

Doge, von venezianisch: Doxe, war der Titel gewählter Oberhäupter in einer Reihe von italienischen Republiken des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

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