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Das Gedicht „Weihe“ stammt aus der Feder von Louise Aston.

Ja, ihr les't in meinen Blicken
Keine Sternenschrift der Seligkeit!
Denn dies Aug' hat das Entzücken
Schon verlernt seit langer, langer Zeit.
Mahnend spricht es nur von Opfertod,
Von bewegtem Schicksalspiele,
Von dem Schiffbruch glühender Gefühle,
Von des Daseins ganzer voller Not!
Doch in dem verzweiflungsvollsten Ringen
Bin ich klar mir und bewusst.
Keine fremde Macht darf mich bezwingen,
Selbst im Schmerz ist frei die Brust! –
Eine Priest'rinn steh' ich am Altare,
Und mein Liebstes opf'r ich hin,
Tränenlos an seiner Totenbahre;
Tränenlos in stolzem Sinn.
Hab' ich selber doch heraufbeschworen
Auf mein Haupt der Wetter Wut!
Habe mir zum Freier auserkoren
Den Verderber mit der wilden Glut!
Ihn, des Sturmes feurigen Genossen:
Den Gedanken mit den Blitzgeschossen!
So beschwor der Heiden Priesterin,
Schmachtend nach des Himmels sel'gem Sitze,
Auf ihr Haupt in todesmut'gem Sinn
Nieder die verderben-schwangern Blitze:
Um, vermählt in Sturmeswettern,
Aufzusteigen zu den ew'gen Göttern!

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