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Das Gedicht „Wenn die Börsianer tanzen“ stammt aus der Feder von Konstantin Wecker.

Wenn die Börsianer tanzen
Heben sie verzückt das Bein.
Lassen dann in den Bilanzen
Auch mal Fünfe grade sein.

Ihre spitzen Köpfe wackeln
Schwer gerötet aufs Parkett
Und gewisse Damen dackeln
Hinterher und sind sehr nett.

Manchmal nehmen sie ein Näschen,
Wenn der Kurs sie mal verkohlt
Mieten sich ein dralles Häschen
Das ihnen den Arsch versohlt.

Denn dann scheißt sich’s wieder besser
Auf den dummen Rest der Welt.
Ach schon immer lief ins Messer
Wers nicht mit den Siegern hält.

Ja sie spielen Gott und wir
kaufen wie die Lämmer fromm
zwar bankrott, doch voller Gier
Aktien der Telekom.

Manchmal springen sie aus Fenstern
Wenn der Dow Jones kräftig fällt.
Dann gehörn sie den Gespenstern
Der Betrognen dieser Welt.

Meinetwegen solln sie springen.
Muß nicht nur ein Freitag sein.
Wünsche glückliches Gelingen
Und mir fällt ein Grablied ein:

Wenn die Börsianer tanzen…

Konstantin Wecker

Wenn man die Pressewalzer, Börsenboogies, Politikerpolkas, Brokerbeats oder auch Bankentwists in letzter Zeit beobachtet, wird einem beim Hinsehen schwindlig, doch irgendwie möchte man sie doch auch einfach solange tanzen lassen, bis sie einfach umfallen.
Daher nicht direkt ein Gedicht, sondern eben ein Songtext. Aber so ein großer Unterschied ist es dann ja auch nicht.

 

 

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