Angelina Westhagen

Wo Gutes ist

Wo Gutes ist
Muss auch Böses sein
Nichts anderes passt
In die Wirklichkeit hinein

Wo ein Höhepunkt ist
Muss auch ein Tiefpunkt sein
Sonst wäre doch alles
Nur Trug und Schein

Alle Dinge müssen sich
Im Gleichgewicht halten
Sonst zerbricht unsere Erde
Chaos würd’ walten

Dein Höheres Selbst
Sieht’s in anderem Licht
Dort bekommt auch das Böse
Ein andres Gesicht

Es ist jene tragische Unwissenheit
Wer Böses tut
Weiß nicht wirklich Bescheid

Weiß nicht
Wie sich das Gesamte fügt
Weiß nicht
Dass er sich ständig selbst belügt

Erkennt nicht
Dass Höhe und Tiefe
Gehören zum Raum
Dass er nur Ausschnitt ist
Aus einem größeren Traum

Bleibt der Mensch
In der Polarität gefangen
Muss er um tiefere Erkenntnis bangen

Muss bangen
Dass Einheit ihm nicht wird zuteil
Der Sinn in den Gegensätzen
Hält ihm das Schicksal nicht feil

Sehnt er sich dennoch
Zu solchem Erleben
Muss er nach Ganzheit
In allem Streben

Auch in gewagten
Gedankenkonstruktionen
Darf er den Geist
Nicht mit Gewohntem schonen

Er muss Paradoxien
Lieben, erlösen
Und dann integrieren
Das Gute zum Bösen

Sich der Enge
Der Polarität entwinden
Und den Fokus aufs Neue
In der Ewigkeit finden