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Die besten Gedichte von Wilhelm Müller (1794 - 1827) - einem deutschen Dichter (Epoche der Romantik).

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Die Liebe liebt das Wandern, -
Gott hat sie so gemacht —
Von Einem zu dem Andern —
Fein Liebchen, gute Nacht!
Die Winterreise, 1. Gute Nacht, Verse 21-24 aus: Sieben und siebzig Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten.

 

Einen Weiser seh’ ich stehen
Unverrückt vor meinem Blick;
Eine Straße muß ich gehen,
Die noch Keiner ging zurück.
Die Winterreise, 16. Der Wegweiser, Verse 13-16

 

Den Argwohn kannst du leicht betrügen;
Sprich wahr, so wird er sich selbst belügen.
Der Argwohn. Zitiert nach: Vermischte Schriften von Wilhelm Müller

 

Der Sonne Strahl im Lenz, gleich der goldnen Heldenlanze,
Flusses Panzer sprengt und die Wogen wärmt mit Glanze:
sprengt dein Augenstrahl meines Herzens starre Rinde,
es wogt in Fluth und Gluth, leichtes Spiel der Liebeswinde.

 

Die Menschen, die nach Ruhe suchen, die finden Ruhe nimmermehr,
Weil sie die Ruhe, die sie suchen, in Eile jagen vor sich her.
Die Jäger der Ruhe.

 

Sollst nicht murren, sollst nicht schelten,
Wenn die Sommerzeit vergeht,
Denn es ist das Los der Welten,
Alles kommt und alles geht.

Alles zu seiner Zeit

Ach, wie treiben′s doch die Narren mit den Weisen hier auf Erden!
Weiser, lern′ zu rechter Zeit auch einmal ein Narr zu werden.

Wetter-Veränderung

Als heute du tratest in dieses Haus,
Da warf ich hinweg mein Winterkleid,
Und als du gingest wieder hinaus,
Da flohen die Wolken weit und breit.
So machtest du Frühling draußen und drinnen,
Und wirst mir doch deiner Wunder nicht innen.

Leben

An des Lebens voller Blüte
hängt des Menschen Seele fest,
Wie des Taues Perlentropfen
in der Rose süßem Nest.

Aber wann er auf die Erde
mit den welken Blättern sinkt,
folgt er gern dem Strahl der Sonne,
der ihn liebend in sich trinkt.

Haltet's fest!

Die, so außer ihrem Adel haben weiter nichts als Tadel,
Sind mit Recht am meisten eitel auf den tadellosen Adel.

Leben & Werk

Johann Ludwig Wilhelm Müller war der Sohn eines Schneiders. Er wurde am Gymnasium seiner Heimatstadt und an der Universität Berlin ausgebildet, wo er sich philologischen und historischen Studien widmete. In den Jahren 1813-1814 nahm er als Freiwilliger in der preußischen Armee am Volksaufstand gegen Napoleon teil. Er nahm an den Schlachten von Lützen, Bautzen, Hanau und Kulm teil.
1814 kehrte er zu seinen Studien nach Berlin zurück. In den literarischen Salons lernte er unter anderen Gustav Schwab, Achim von Arnim, Clemens Brentano, Ludwig Tieck sowie den Komponisten Ludwig Berger kennen.
Von 1817 bis 1819 besuchte er Süddeutschland und Italien und veröffentlichte 1820 seine Eindrücke von letzterem in Rom, Römer und Römerinnen.
1819 wurde er zum Lehrer für Klassische Philologie an der Gelehrtenschule in Dessau ernannt und 1820 zum Bibliothekar an der herzoglichen Bibliothek. Dort blieb er bis an sein Lebensende und starb mit nur 32 Jahren an einem Herzinfarkt. Müllers Sohn, Friedrich Max Müller, war ein englischer Orientalist, der die vergleichende Religionswissenschaft begründete; sein Enkel Wilhelm Max Müller war ein amerikanischer Orientalist.

Müllers früheste Lyrik ist in dem Gedichtband Bundesblüten von mehreren Freunden enthalten, der 1816 veröffentlicht wurde. Im selben Jahr veröffentlichte er auch Blumenlese aus den Minnesängern. Sein literarischer Ruf wurde durch die Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten (in zwei Bänden, 1821-1824) und die Lieder der Griechen (1821-1824) begründet. Die letztgenannte Sammlung war die wichtigste deutsche Sympathiebekundung für die Griechen in ihrem Kampf gegen das türkische Joch, ein Thema, das viele Dichter der Zeit inspirierte. Zwei Bände Neugriechische Volkslieder und Lyrische Reisen und epigrammatische Spaziergänge folgten in den Jahren 1825 und 1827. Viele seiner Gedichte ahmen das deutsche Volkslied nach.

Müller ist vor allem als Autor der berühmten Franz-Schubert-Liederzyklen "Die schöne Müllerin" und "Winterreise" bekannt.

Er schrieb auch ein Buch über die Homerische Vorschule (1824; 2. Aufl., 1836), übersetzte Marlowes Faustus, und gab eine Bibliothek der Dichtungen des 17. Jahrhunderts (1825-1827; in zehn Bänden), eine Sammlung von lyrischen Gedichten.

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: