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Das Gedicht „Zum neuen Jahr“ stammt aus der Feder von Friedrich Wilhelm Weber.

Ein neues Jahr! Tritt froh hinein
mit aller Welt in Frieden;
vergiß, wieviel dir Plag´ und Pein
das alte Jahr beschieden!
Du lebst; sei dankbar, froh und klug,
und wenn drei bösen Tagen
ein guter folgt, sei stark genug,
sie alle vier zu tragen!

Was dir das alte Jahr gebracht,
wird auch das neue bringen;
es wechselt stets wie Tag und Nacht
das Glücken und Mißlingen.
Was Gott dir schickt, ist wohlgemeint,
das nimm getrost entgegen;
nicht stets ist schlimm, was schlimm erscheint,
das Schlimmste oft ein Segen.

Vertrau auf Gott und eigner Kraft
und nicht auf fremde Mächte!
Wer jeden Tag das Rechte schafft,
der schafft im Jahr das Rechte.
Es frommt nicht, daß du zagst und klagst:
wenn rückwärts ohne Reue
ins alte Jahr du blicken magst,
so sieh mit Mut ins neue!

Ein Engelkind, ein guter Geist,
ein Hort in jedem Streite,
der immer lächelnd vorwärts weist,
geht freundlich dir zur Seite.
Die Hoffnung ist´s, sie haucht dir zu
viel liebe , leise Worte
selbst wenn du gehst zur ew´gen Ruh´
noch an der Kirchhofs Pforte.

Das neue Jahr, es gibt und nimmt;
drum leg in dessen Hände,
der Welten Ziel und Zeit bestimmt,
den Anfang und das Ende!
Trag du mit Freuden deine Last
und laß dich nicht verdrießen!
Was du mit Gott begonnen hast,
kannst du mit Gott beschließen.

Friedrich Wilhelm Weber

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