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Das Gedicht „Zur goldenen Hochzeit“ stammt aus der Feder von Felix Dahn.

Vor fünfzig Jahren ward das Band gebunden,
Das als ein goldenes wir grüßen heut′.
Was war das Gold, das, dankbar tief empfunden,
So lang′ hat reichen Segen ausgestreut?

Erst war′s das Gold der Hoffnung, der viel schönen:
Im Blütenschimmer sah das Paar die Welt:
Doch jede Hoffnung kann der Kranz nicht krönen,
Und die Enttäuschung ist dem Wunsch gesellt.

Doch wann die Hoffnung abgestreift die Blüte,
Dann reift die Frucht, die ihre Zukunft war:
Es ist das lautre Gold der Herzensgüte,
Und echtes Gold wird nur im Feuer klar.

Was echt ist, blüht, wie schlimm das Schicksal dräue:
Das Irrlicht nur, kein Stern verliert den Glanz:
Euch barg das echte Lautergold der Treue
Vor fünfzig Jahren schon der Myrtenkranz.

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