Simon Dach

Das große Licht

Die wir in Todes Schatten
So lang gesessen sind
Und kein Erleuchtung hatten
In Gottes Sachen blind,
Und kunnten nichts verstehen,
Nicht Gnade noch Gericht
Sehn über uns aufgehen
Anjetzt ein helles Licht.

Ein Licht dadurch wir schauen
In Gottes Herz hinein,
Daß Er in Zuvertrauen
Der unsre nun will sein,
Ein Licht, das heftig brennet
In unser Fleisch und Blut,
Daß sich ein Mensch erkennet
Und was für Sund er tut.

Ein Licht, das plötzlich fähret
Tief in der Gräber Nacht
Und uns den Tod erkläret
Mit alle seine Macht,
Das uns die Hölle zeiget
Und was darinnen ist,
Da Satan sich eräuget
Sampt seiner ganzen List.

Das über Mond und Sonne
Sich in den Himmel dringt
Und uns der Engel Wonne
Klar zu Gesichte bringt,
Das uns vor Augen malet
Wie nichts sei Welt und Zeit
Und wie vor allen strahlet
Der Glanz der Ewigkeit.