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Das Gedicht „Harmonie“ stammt aus der Feder von Louise Aston.

Das ist der Tag, der leuchtend aufgegangen!
Nicht mehr verworr′ ner Traum hält mich umfangen!
Die Schattenbilder seh′ ich rings zerfließen,
In′ s weite Meer des Lichtes sich ergießen,
Klangvoll hat Harmonie mein Herz durchdrungen;
Mich hat ein echt′ und groß′ Gefühl bezwungen!
Ihm gönne freudig ich des Sieges Recht,
Es soll mein Herr für ew′ ge Zeiten bleiben,
Ein jeder Pulsschlag sei des Siegers Knecht;
Die ganze Seele will ich ihm verschreiben!

O süßer Schmerz, so um die Freiheit klagen!
O süße Knechtschaft, solche Fesseln tragen!
Die kühn die Welt gefordert vor die Schranken,
Kampflustige Gefühle und Gedanken,
Des freien Geistes trotzige Vasallen,
Sind machtlos jetzt dem neuen Bann verfallen!
Unglücklich war ich, als ich Herrin war,
Und spielte stolz mit Wünschen und mit Trieben;
Doch Glück umfängt mich süß und wunderbar,
Seit ich die ganze Seele Ihm verschrieben.

Einst waren mein der Erde reichste Güter,
Der Stolz, die Freude thörichter Gemüter!
Dem Übermut der Jugend hingegeben,
Wagt′ ich zu tändeln mit dem ganzen Leben!
In leichtem Spiel fühlt′ ich des Daseins Schwere,
In vollem Reichtum meines Herzens Leere!
Verschenkt war mein Gefühl, leer war mein Sinn,
Und nur ein heißes Sehnen mir geblieben;
Bis ich dem Einen gab mein Alles hin,
Bis ich die ganze Seele ihm verschrieben.

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