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Das Gedicht „Via mala“ stammt aus der Feder von Gottfried Keller.

ie einst die Tochter Pharaos
Im grünen Schilf des Niles ging,
Deß Auge hell, verwundrungsgroß
An ihren dunkeln Augen hing;
Wie sie ihr Haupt, das goldumreifte,
Sehnsüchtig leicht flutüber bog,
Um ihren Fuß das Wasser schweifte
Und silberne Ringe zog:

So seh' ich dich, du träum'risch Kind,
Am abendlichen Rheine stehn,
Wo seine schönsten Borde sind
Und seine grünsten Wellen geh'n.
Schwarz sind dein Aug' und deine Haare,
Und deine Magd, die Sonne flicht
Darüber eine wunderbare
Krone von Abendlicht.

Ich aber wandle im Gestein
Und wolkenhoch auf schmalem Steg,
Im Abgrund schäumt der weiße Rhein
Und Via mala heißt mein Weg!
Dir gilt das Tosen in den Klüften,
Nach dir schreit dieses Tannenweh'n,
Bis hoch aus kalten Eiseslüften
Die Wasser jenseits niedergeh'n!

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