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Das Gedicht „Als mein Seelchen schied“ stammt aus der Feder von Friedrich Rückert.

Als mein Seelchen schied,
Sollte sich erheben
Sanft ein Engellied,
Das es lehrte schweben,
Fliegen in den Wind.

Doch ein wilder Sturm
War die Nacht unbändig,
Selbst der alte Thurm
Wollte wie lebendig
Fliegen in den Wind.

Das ist wohl ein Hauch
Für des Aaren Schwinge;
Wird es glücken auch
Einem Schmetterlinge,
Fliegen in den Wind?

Rauhe Winterluft,
Schone, schonungslose!
Du verwehst den Duft,
Soll die schöne Rose
Fliegen in den Wind?

Doch als wie der Blitz
Fährt im Sturm hernieder,
Wird zum hohen Sitz
Auch der Funke wieder
Fliegen in den Wind.

Selber flög' ich gern,
Und das ist ein Wetter,
Daß ein Mensch auch lern'
Als wie dürre Blätter
Fliegen in den Wind.

Nicht nur Sand und Staub,
Sondern Kies und Steine,
Nicht nur welkes Laub,
Sondern ganze Haine
Fliegen in den Wind.

Doch nicht obenaus
Kann ich Flügel schlagen,
Wie der Vogel Strauß
Nur mir selbst entjagen,
Fliegen in den Wind.

Auch die Sehnsucht nicht
Kann sich dorthin heben,
Wo du schwebst im Licht,
Und so muß das Leben
Fliegen in den Wind.

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