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Das Gedicht „Der Nachtwächter“ stammt aus der Feder von Wilhelm Müller.

Hört, ihr Herrn, und laßt euch sagen:
Weil die Uhr hat Zehn geschlagen,
Laßt uns unsrer Rausche Zahl
Überschlagen auch einmal.
Will das Jahr, in dem wir leben,
Nicht die volle Zahl dir geben,
Trink' den zehnten heute dir,
Und du bist so gut, wie wir.

Hört, ihr Herrn, und laßt euch sagen:
Weil die Uhr hat Elf geschlagen,
Denkt doch an den Elferwein,
Und schenkt keinen schlechtern ein.
Denn der edle deutsche Elfer
Ist der wahre Seelenhelfer.
Elf! ihr Herrn, der Wächter spricht:
Höret und verzählt euch nicht!

Hört, ihr Herrn, und laßt euch sagen:
Weil die Uhr hat Zwölf geschlagen,
Und zur Neige geht der Tag,
Seht auf euren Tischen nach,
Ob sich hier und da nicht zeigen
Volle Flaschen oder Neigen.
Alle müssen sein geleert,
Eh' der Wächter wiederkehrt.

Hört, ihr Herrn, und laßt euch sagen:
Weil die Uhr hat Eins geschlagen,
Und der neue Tag beginnt,
Holet neuen Wein geschwind,
Und erwählt euch einen Andern,
Mit dem Horn umher zu wandern.
Guten Morgen! Guten Tag!
Meine Uhr geht immer nach.

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