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Das Gedicht „Die Blutorange“ stammt aus der Feder von Wilhelm Müller.

In Sorrento's Felsengärten
Hört' ich heut' ein Mährchen sagen
Von der blutigen Orange
Und der Blüte der Granate.

Also sprach der kluge Gärtner:
Golden, wie noch heut' die Schale,
Glühten einst die innern Säfte
Dieser würzigen Orangen
Von dem Baume hier am Ufer.

Und ein Sprößling der Granate,
Jung und schlank, wuchs auf daneben.
Als der Winter zog von dannen,
Trieb das Bäumchen erste Knospen,
Und gleich heißen Blutes Flammen
Brachen Blüten aus den Keimen.

Und die Nachbarin Orange,
Staunend, wie in Liebesandacht,
Bog die hohen Zweige schmachtend
Nach der fremden Glut hinüber,

Wilhelm Müller

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