Martin Greif

Morgengang

Ich geh auf stillen Wegen
Frühtags ins grüne Feld,
Wie lacht mir da entgegen
Die junge Morgenwelt!

Wohl tausend Blüten schauen
Von Wald und Wiesen her,
Die alle tropfend tauen
Von edlen Perlen schwer.

Ich brech mir ein Geschmeide
Von nassen Rosen ab:
Wärst du an meiner Seite,
Von der geträumt ich hab!

Ich hing dirs in die Locken
Als deinen Hochzeitskranz -
Da gehn die Morgenglocken,
Ich steh in Tränen ganz.