Wilhelm Müller

Amor, ein Schmetterlingsfänger

Ich fange Schmetterlinge
Zu meinem Zeitvertreibe.
Wo aber soll ich alle
Die bunten Thierchen lassen?
Ich werfe gleich die Pfeile
Heraus aus meinem Köcher,
Und lasse sie indessen
Im hohen Grase liegen.
Und wenn die Schnitterinnen
Mit bloßen Füßen kommen
Heut' Abend von der Wiese,
So sollen sie sich ritzen;
Denn meine Pfeile dürfen
Mir nimmer müßig liegen.