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Das Gedicht „An Theodor Storm“ stammt aus der Feder von Heinrich Seidel.

Oftmals in die Lehre ging ich,
Teurer Freund, so gern bei dir.
Viel gewann ich, viel empfing ich
Und so gerne gabst du mir.
Phrasenhaftes Wortgeplapper
Hasste keiner mehr als du:
"Tiefer, schlagender und knapper!"
Riefest du so oft mir zu.

Ward mir auch nicht viel gegeben,
Hab’ ich meine kleine Art,
Die mir eigen ward im Leben,
Wie ich konnte, doch bewahrt.
Und auch deiner milden Strenge
Dank’ ich’s mit beglücktem Sinn,
Dass ich in der großen Menge
Doch nicht ganz verloren bin.

Diesen Kranz, zu spät gewunden,
Hätt’ ich dir so gern gebracht.
Als ich sorglich ihn gebunden,
Hab ich oftmals dein gedacht,
Der mir war auf dunklen Wegen
Wie ein stilles, fernes Licht …
Auf dein Grab will ich ihn legen …
Einen bessren hab’ ich nicht!

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