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Das Gedicht „Anmutige Frühlings-Vorwürfe“ stammt aus der Feder von Barthold Hinrich Brockes.

Ich höre die Vögel; ich sehe die Wälder;
Ich fühle das Spielen der kühlenden Luft;
Ich rieche der Blüte balsamischen Duft;
Ich schmecke die Früchte. Die fruchtbaren Felder;
Die glänzenden Wiesen; das funkelnde Nass
Der tauigten Tropfen; das wallende Gras
Voll lieblicher Blumen; das sanfte Gezische
Der mancherlei lieblich beblätterten Büsche;

Das murmelnde Rauschen der rieselnden Flut;
Der zitternde Schimmer der silbernen Fläche
Durch grünende Felder sich schlängelnder Bäche;
Der flammenden Sonne belebende Glut,
Die alles verherrlichet, wärmet und schmücket:

Dies alles ergötzet, erquicket, entzücket
Ein Auge, das Gott in Geschöpfen ersieht,
Ein Ohr, das den Schöpfer verstehet und höret,
Ein Herze, das Gott in den Wundern verehret,
Kein viehisch, nur einzig ein Menschlich, Gemüt.

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