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Das Gedicht „Der Hahn“ stammt aus der Feder von Robert Reinick.

In der Sonne steht der Hahn,
redet seine Hennen an:
„Seht mich an! Wo ist der Mann,
der mit mir sich messen kann?
Seht dies Auge groß und mächtig,
meine Federn golden, prächtig,
meines Kammes Majestät,
diese rote Krone, seht! —
Meine Haltung stolz und schlank,
meines Rufs Trompetenklang,
und mein königlicher Gang,
an den Fügen diese Sporen,
alles zeigt euch einen Mann,
der wahrhaftig sagen kann:
dass zum Helden er geboren!

Also spricht der stolze Hahn,
kräht, so laut er krähen kann! — —
Plötzlich kommt ein kleiner Mops,
springt und bellt mit lust’gem Hops
nur zum Spaß den Helden an,
und — — o seht! der kühne Mann
läuft, was er nur laufen kann. — —
Ach, du jämmerlicher Hahn!

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