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Das Gedicht „Der Vorhof und der Tempel“ stammt aus der Feder von Friedrich Gottlieb Klopstock.

Wer ermüdet hinauf zu der Heerschaar der Gestirne,
In die Höhen zu schaun, wo der Lichtfuß sich herabsenkt,
Wo den Blitzglanz Fomahant und Antar, wo des Leun Herz
Sich ergeußt, ins Gefild hin, wo die Ähr’ und die Winzerin strahlt!

Mit Graun füllt, und Ehrfurcht der Anblick, mit Entzückung
Das Herz des‘, der sich da freut, wo Freud’ ist, nicht allein ihn
Ihr Phantom täuscht! Ich steh hier in dem Vorhof der Gottheit.
Beflügelt von dem Tod’ eilt mein Geist einst in den Tempel!

Mitternacht, höre du meinen Gesang, Morgenstern,
Finde du preisend oft, dankend mich, Tränen im Blick,
Bote des Tags! Wirst du darauf Abendstern, find’ auch dann
Über Gott, den erstaunt, welcher sein Heil nie begreift!

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