Johann Karl Wilhelm Geisheim

In der Dinte

Heraus aus meinem Dintenfaß,
Ihr Narren, kommt heraus;
Setzt nieder euch an’s volle Glas
Und zum gespickten Schmaus.
Auf, bringt die Narrheit Schwarz auf Weiß
Mir lustig auf’s Papier;
Denn Lustigkeit steht hoch im Preis’,
Und thut uns Noth allhier.

Doch Dintengeister sitzen fest
In ihrer Dinte drin;
Das bittre schwarze Meer nicht läßt
Heraus den freien Sinn.
Sie bleiben ernsthaft trotz des Specks
Im steifen Längenmaß;
Und höchstens macht uns noch ein Klecks,
Der sie verdrießet, Spaß.

Galläpfellvoll sind sie so gern
Der Welt ein bittres Gift:
Es halten sich die Dintenherrn
Gern für ein hohes Stift,
Das, wenn es eben will geruhn,
Man solle sich kastein,
Und soll einmal sich bene thun,
Tunkt seine Feder ein.

Die Welt ist in der Dinte sehr,
Drum ist sie nicht sehr froh;
Drückt’ Schwarz auf Weiß sie nicht so schwer,
Es wäre wohl nicht so.
Darum bedenkt zur Faschingszeit
Recht reiflich, was euch frommt;
Macht nur, daß ihr zur Fröhlichkeit
Bald aus der Dinte kommt.