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Das Gedicht „Lobgesang“ stammt aus der Feder von Ernst Lissauer.

Urmacht von Anfang, die das Sein erschuf.
Auf aus mir wie Rauch aus der Opferglut betend steigt
zu dir mein Ruf.
Beladen
Hast du mich über und über mit Glücken und Gnaden.
Du gabst mir, zu sein wie das Gras, windgewiegt, sonne-
durchbrannt.
Und löstest die Wurzel mir, daß Füße mich tragen ins Land.
Dann hast du mein Haupt aufgeschlossen, daß ich höre.
Und daß ich blicke, meine Augen aufgehellt.
Du läßt für mich rauschen die Winde und Ströme
Und hast für mich die Städte und Gebirge aufgestellt.
Du gabst mir, zu spüren gedufteten Hauch von Halm und
Blume,
Gabst Getast meiner Hand, daß sie Welt greift und fühlt.
Du gabst mir wirkende Kraft, die den Tag umpflügt wie
trächtige Ackerkrume,
Gabst schwarzflutenden Schlaf, der Ader und Nerv mir kühlt.

Gabst mir bildende Macht, zu erbauen
Welt aus deinerWelt, wie mein Odem und Blut sie schauen, —
Mitten im Tag wittre ich Ewigkeit,
Kraft deiner Kraft hast du in mich ausgegossen,
Atem von dir ist wehend in mich eingeschlossen.
Ich bin benedeit.

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