Wolfgang Madjera

An die Muse

Muse, die im Sturme singt,
Die sich mit der Lerche schwingt
Zu des fernen Gottes Füßen,
Deren Augen tröstend grüßen,
Wenn in unsres Herzens Flammen
Uns're Seele bricht zusammen,
Muse, die es dulden muß,
Daß sie eitler Buhler Kuß
frevlerisch und frech entweiht,
Deren ew'ges Los der Streit
Mit Philister-Scheingelehrtheit,
Mit Verblendung und Verkehrtheit,
Muse, die man betteln läßt,
Deren Brot die Träne näßt,
Deren Gunst man leidend büßt —
Tausendmal sei mir gegrüßt!