Wolfgang Madjera

Liebesnacht an der Donau

Getös und Lärm der Stadt verrauschten,
Der Donau Wellen rannen sacht;
Wir standen Brust an Brust und lauschten
Dem Zauber dieser Sternennacht.

Ein dunkles Schiff am Ufer träumte,
An dem die Flut eintönig brach,
Als ob an starke Herzen schäumte
Ohnmächtig Neid und Ungemach.

Von fernher scholl die zehnte Stunde.
Nun waren wir so ganz allein. —
Da küßt' ich dir mit heilem Munde
In's duft'ge Haar all meine Pein.