Wolfgang Madjera

Der Gewaltige

Kein Renner fliegt so schnell — Er donnert »Halt!«
Kein Feuer glüht so heiß — Er macht es kalt.
Nichts, nur das Leben, ist wie Er so alt.

Die Liebe bebt vor seiner Majestät.
Ihm gilt der Hoffnung sehnendes Gebet.
Er kommt und fragt nicht, ob zu früh, zu spät.

Er kommt wie Wetterstrahl, er kommt im Sturm.
Er schleicht heran als Spinne und als Wurm.
Er knickt den Grashalm und er stürzt den Turm,

Er herrscht im Reich der Form und der Gestalt
Und mit dem Schwert anstatt des Pinsels malt
Er Bilder von berückender Gewalt.

Sie sagen, daß er jedes Sein zerbricht,
Und andre, daß er führt ins ew'ge Licht.
Doch er bleibt dunkel: man durchschaut ihn nicht.