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Das Gedicht „Sonnen Niedergang“ stammt aus der Feder von Ulrich von Schlippenbach.

Ein Frühlingstag mit hellem Sonnenleben
Erwacht in blütenreicher Flur,
Und was der Himmel segnend ihr gegeben,
Gab mütterlich ihm die Natur.
Den lichten Glanz, die reiche Blumenfülle,
Des reinsten Daseins warmen Strahl,
Des wolkenfreien Himmels heil'ge Stille
In einem heitren Frühlingstal.
O schöner Tag! der Erde aufgegangen,
Um hell und licht in deinem Reiz zu prangen.

Und wollen auch die Stürme sich erheben,
Sie weichen vor des Lichtes Strahlenkranz,
Und selbst des Abends kühle Schatten weben
Den Schleier nicht um dieses Tages Glanz.
Er sinkt, so wie er freundlich aufgegangen,
Nur Abendrot zeigt sein Entschwinden an,
Und wo die fernen Welten ihn empfangen,
Beschließen Sterne seine Bahn;
Selbst wenn schon nächtlich tiefe Dunkel wallen,
Hört man Gebete lange noch erschallen.

So war Dein Aufgang, so Dein Niedersinken,
Du, Deines Landes holder Frühlingstag;
Du zogst dahin, wo helle Sterne winken,
Dahin, wo Deine rechte Heimat lag.
Du schiedest, Fürstin, so von Deinem Throne,
Wie von dem Leben, in dem höchsten Glanz,
Und schimmernder als Deine Fürstenkrone
War Deiner Anmut Strahlenkranz;
Dein Abendrot wird noch in Liebe glühen,
Wenn tiefe Schatten unsre Welt umziehen.

Ulrich von Schlippenbach

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