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Das Gedicht „Visionen“ stammt aus der Feder von Ada Christen.

I.

Es zuckt durch meine Seel’ ein Blitz
Mit gelben unheimlichen Flammen,
Er leuchtet wie der Verzweiflung Witz,
Er zischet wie kaltes Verdammen,
Er zeigt mir in seinem fahlen Licht
Nur einen einz’gen Gedanken:
Ich seh’ ein weißes Totengesicht
Auf dem Wasser im Sturme schwanken!
Und immer taucht es wieder empor,
So weiß – so schön – so erhaben! …
O, daß es öde wär’, wie zuvor,
In der Tiefe Alles begraben! –

II.

Wesen, kleines, längst verklärtes,
Stern in meines Lebens Nacht,
Reingeliebtes, heißentbehrtes,
Sprich zu mir im Traume sacht!
Schlinge Deine kleinen Arme
Um die Brust so glückberaubt,
An mein Herz, das lebenswarme,
Leg’ Dein totes kaltes Haupt!

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