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Das Gedicht „Wie er wolle geküsset sein“ stammt aus der Feder von Paul Fleming.

Nirgends hin / als auf den Mund /
da sinkts in des Herzens Grund.
Nicht zu frei / nicht zu gezwungen /
nicht mit gar zu fauler Zungen.

Nicht zu wenig / nicht zu viel!
Beides wird sonst Kinder-Spiel.
Nicht zu laut / und nicht zu leise /
Beider Maß′ ist rechte Weise.

Nicht zu nahe / nicht zu weit.
Dies macht Kummer / jenes Leid.
Nicht zu trocken / nicht zu feuchte /
wie Adonis Venus reichte.

Nicht zu harte / nicht zu weich.
Bald zugleich / bald nicht zugleich.
Nicht zu langsam / nicht zu schnelle.
Nicht ohn Unterscheid der Stelle.

Halb gebissen / halb gehaucht.
Halb die Lippen eingetaucht.
Nicht ohn Unterscheid der Zeiten.
Mehr alleine denn bei Leuten.

Küsse nun ein Jedermann /
wie er weiß / will / soll und kann.
Ich nur und die Liebste wissen /
wie wir uns recht sollen küssen.

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