Gedichte Gedichte

Das Gedicht „Das Mondschaf“ stammt aus der Feder von Christian Morgenstern.

I.

Das Mondschaf steht auf weiter Flur.
Es harrt und harrt der großen Schur.
Das Mondschaf.

Das Mondschaf rupft sich einen Halm
Und geht dann heim auf seine Alm.
Das Mondschaf.

Das Mondschaf spricht zu sich im Traum:
"Ich bin des Weltalls dunkler Raum."
Das Mondschaf.

Das Mondschaf liegt am Morgen tot.
Sein Leib ist weiß, die Sonn′ ist rot.
Das Mondschaf.

(aus "Galgenlieder")

II.

Das Mondschaf sagt sich selbst gut Nacht,
d.h., es wurde überdacht
von seinem eigenen Denker:
Der übergibt dies alles sich
mit einem kurzen Federstrich
als seinem eigenen Henker.

(aus "Galgenlieder")

Weitere gute Gedichte des Autors Christian Morgenstern.

Bekannte poetische Verse namhafter Dichter, die sich der Lyrik verschrieben haben: