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Das Gedicht „In der Frühe“ stammt aus der Feder von Ernst Stadler.

Die Silhouette deines Leibs steht in der Frühe dunkel vor dem trüben Licht

Der zugehangnen Jalousien. Ich fühl, im Bette liegend, hostiengleich mir zugewendet deinGesicht.

Da du aus meinen Armen dich gelöst, hat dein geflüstert »Ich muß fort«nur an die fernsten Tore meines Traums gereicht –

Nun seh ich, wie durch Schleier, deine Hand, wie sie mit leichtem Griff das weiße Hemd dieBrüste niederstreicht . .

Die Strümpfe . . nun den Rock . . das Haar gerafft . . schon bist du fremd, für Tag undWelt geschmückt . .

Ich öffne leis die Türe . . küsse dich . . du nickst, schon fern, einLebewohl . . und bist entrückt.

Ich höre, schon im Bette wieder, wie dein sachter Schritt im Treppenhaus verklingt,

Bin wieder im Geruche deines Körpers eingesperrt, der aus den Kissen strömend warm inmeine Sinne dringt.

Morgen wird heller. Vorhang bläht sich. Junger Wind und erste Sonne will herein.

Lärmen quillt auf . . Musik der Frühe . . sanft in Morgenträume eingesungen schlafich ein.

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