Karl Theodor Körner

Zueignung (Leier und Schwert)

[S]Euch[/S] allen, die [S]ihr[/S] noch mit Freundestreue
An den verwegnen Zitherspieler denkt,
Und deren Bild, so oft ich es erneue,
Mir stillen Frieden in die Seele senkt,
[S]Euch[/S] gilt dies Lied! – O daß es [S]euch[/S] erfreue!
Zwar hat [S]euch[/S] oft mein wildes Herz gekränkt,
Hat stürmisch manche Stunde [S]euch[/S] verbittert,
Doch [S]eure[/S] Treu' und Liebe nicht erschüttert.

So bleibt mir hold! – Des Vaterlandes Fahnen,
Hoch flattern sie am deutschen Freiheitsport.
Es ruft die heil'ge Sprache unsrer Ahnen:
»Ihr Sänger, vor! und schützt das deutsche Wort!«
Das kühne Herz läßt sich nicht länger mahnen;
Der Sturm der Schlachten trägt es brausend fort;
Die Leier schweigt, die blanken Schwerter klingen.
Heraus, mein Schwert! magst auch dein Liedchen singen.

Laut tobt der Kampf. – Lebt wohl, [S]ihr[/S] treuen Seelen!
[S]Euch[/S] bringt dies Blatt des Freundes Gruß zurück.
Es mag [S]euch[/S] oft, recht oft von ihm erzählen,
Es trage sanft sein Bild vor [S]euren[/S] Blick!
Und sollt' ich einst im Siegesheimzug fehlen:
Weint nicht um mich, beneidet mir mein Glück!
Denn was berauscht die [S]Leier[/S] vorgesungen,
Das hat des [S]Schwertes[/S] freie Tat errungen.