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Das Gedicht „Florenz und die Verbannten“ stammt aus der Feder von Michelangelo Buonarroti.

»Für tausend Liebende bist du geboren
In Engelsschönheit! Schläft der Himmel heute,
Dass du des einen Beute,
Du allen einst geschenkt und nun verloren?
Sind wir, ach fern geboren,
Nicht ganz verschmäht, so lass für uns auch tagen,
Für uns Verbannte deiner Augen Sonnen!«

»Wohlan, nicht sinke euer Mut, ihr Toren,
Denn nicht den großen Raub lässt großes Zagen
Genießen den, der mich zum Schein gewonnen;
Und seht, ist nicht inmitten aller Wonnen
Unfähig zum Genuße sein, viel schlimmer,
Als dulden bei der Hoffnung fernstem Schimmer?«

Quelle: Übersetzt von Sophie Hasenclever (geboren 1823 als Sophie von Schadow; gestorben 1892 in Düsseldorf) einer deutschen Dichterin und Übersetzerin.

Anmerkung: Michelangelo stammte aus einer angesehenen Bürgerfamilie in Florenz, die zur Partei der Guelfen gehörte (die in erbitterter politischer Feindschaft zu den Ghibellinen stand). Er wurde mehrfach aus der Stadt vertrieben, und lebte schließlich seit 1534 in Rom, wo er am 18. Februar 1564 verstarb. Er wurde in der Kirche Santa Croce in Florenz beigesetzt.

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