Christa Schyboll

Traumgestalten

Abends legen sich die Körper
Aller müden Menschen nieder
Schließen endlich ihre Augen
Und entspannen ihre Glieder

Die Entspannung dann bewirkt
Dass ihre Traumwelt sich verdichtet
Und sie blicklos dann erschau’n
Wie Traumeswelt sich hell belichtet

Dort finden Menschen sich zusammen
Die man bisher noch nie geseh’n
Sind sie nur Phantasiegeschöpfe
Ob sie schon lange hier besteh’n?

Haben sie einst auf der Erde
Gelebt, gelitten und gelacht?
Wurden sie in anderen Welten
Durch mich selbst zum Bild gemacht?

Wie es auch war, eines ist klar
Im Traum sind sie vital, lebendig
Sie können weinen, tanzen, lachen
Scheinen in der Struktur beständig

Was ich mit diesen Traumgestalten
Des nachts tief glühend dann erleb’
Entzieht sich dem bewussten Walten
Nur Höheres ist’s, das dies versteht

Und weil’s gefällt, erschafft es Kräfte
Die uns dann immer weiter zieh’n
Durchs Endlosspiel der Träumereien
Durch alle Ewigkeiten hin