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Die besten Gedichte von Max Dauthendey (1867 - 1918) - einem deutschen Dichter (Epoche des Impressionismus) und Maler.

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Trennen ist ein Sterben,
Schlägt die Welt in Scherben.

 

Unsere Augen so leer,
Unsere Küsse so welk,
Wir weinen und schweigen,
Unsere Herzen schlagen nicht mehr.

Die Schwalben sammeln sich draußen am Meer, Die Schwalben scheiden,
Sie kommen wieder,
Aber nie mehr uns beiden.

 

Wir sind doch alle in den weiten Lebensräumen Zaungäste nur bei Wünschen und bei Träumen.

 

Die blaue Kornblum wohnt versteckt,
So hab ich meinen Schatz entdeckt.
Sie kann nicht meinen Händen wehren,
Wiegt sie wie's Sommerfeld die Ähren.
Die Ähren sind jetzt körnerschwer,
Als läg schon Brot mannshoch umher,
[…] Mein Schatz die Ähren streicheln tut.
»Nach Leben riechen sie so gut.«

 

Der graue Tag
Legt seine Wolken an meine Brust,
Mein Herz steht leer.
Mein Herz ist dunkel und wolkenschwer,
Ich habe so lange nicht mehr geküsst,
Ich küsse so gerne.
Lippen und Seele warten auf dich,
Du Herz der Ferne.

Leben & Werk

Maximilian Albert Dauthendey wurde in Würzburg geboren. Er legte 1886 nach einem Misserfolg das Einjährigen-Examen ab. Nach einer mehrmontagigen Reise begann er im Atelier seines Vaters eine Photographenlehre (sein eigentlicher Wunsch war es, Maler zu werden).

1890/91 lernte Max die beiden Philosophie- und Medizinstudenten Arnold Villinger und Siegfried Löwenthal kennen, zu denen er eine schwärmerische Freundschaft entwickelte.
Kurz vor Weihnachten 1891 kam es zum endgültigen Bruch mit dem Vater. Dauthendey brach aus der Umklammerung von Elternhaus und Beruf aus und ging unvermittelt nach Berlin.

Bis 1893 hielt er sich im Umfeld des Friedrichshagener Dichterkreises auf und hatte Kontakte zu Stanislaw Przybyszewski. Przybyszewskis Beziehung zu Dagny Juel und das Verhältnis von ihr zu Edvard Munch hat er als Dreiecksgeschichte in seiner Bohèmekomödie Maja (1911) verarbeitet.

Im März 1893 und Frühjahr 1894 kam er auf Einladung des schwedischen Schriftstellers Carl Gustaf Uddgren (1865–1927) nach Kville bei Göteborg.

Er heiratete 1896 Annie Johanson auf Jersey und zog mit ihr nach Paris. Im selben Jahr starb sein Vater. Das Erbe sollte das Ehepaar Dauthendey für einige Zeit aus ihrer wirtschaftlichen Notlage befreien.

Anfang Mai 1897 reisten nach Vera Cruz (Mexiko). Nach zwei ausgedehnten Weltreisen (1905/1914). Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs war Dauthendey in Java gestrandet. Versuche, ihm eine sichere Passage zurück nach Deutschland zu verschaffen, scheiterten. Kurz vor Ende des Krieges starb er am 29. August 1918 im Alter von 51 Jahren an seiner Malariaerkrankung.

Zusammen mit Richard Dehmel und Eduard von Keyserling gilt er als einer der einflussreichsten Autoren dieser Zeit.

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: