Wilhelm Müller

Im Bade

Kaltes über kaltes Wasser gieß' ich in das Bad hinein:
Es verdampft, wie eingesogen von der Wanne heißem Stein;
Und er kann den Brand nicht stillen in der Fluth, die ihn umspült,
Seit er einmal ihres Leibes vollen Flammendruck gefühlt.

Ach, in diesem Feuersprudel soll ich baden meine Brust?
Kühlung such' ich in dem Wasser, und es glüht von Liebeslust.
Herz, wo willst du hin dich retten? Werde Wasser, werde Stein,
Auch im Stein und Wasser zündet sie der Liebe süße Pein.